BERLIN (Reuters) – Das Bodenpersonal an den beiden Berliner Flughäfen wird am Montag einen 25-stündigen Streik beginnen, wie die Gewerkschaft am Sonntag mitteilte. Die Gewerkschaft will im Rahmen eines einjährigen Tarifvertrags eine Erhöhung der Bezahlung für Bodenpersonal auf 12 Euro pro Stunde von etwa 11 Euro. Das Management bot zunächst über vier Jahre rund 10 Cent mehr pro Stunde an und verbesserte dieses Angebot dann auf 8 Prozent mehr über drei Jahre. Im selben Monat schloss Verdi seinen ersten Tarifvertrag mit der Deutschen Lufthansa ab. [24] Kurze Zeit später wurde Verdi offiziell in den DGB aufgenommen. [25] Bereits in den 1990er Jahren wurden Gespräche über eine engere Zusammenarbeit zwischen deutschen Gewerkschaften geführt. An den Verhandlungen waren nicht nur die künftigen Gründungspartner von Verdi beteiligt, sondern auch die ehemalige Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner (GdED), die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Die Gesamtzahl der Mitglieder von Verdi ging zwischen 2001 und 2014 von 2,81 auf 2,04 Millionen zurück. [33] Einer der Gründe für diesen Rückgang ist die Konkurrenz der Gewerkschaft mit konkurrierenden Gewerkschaften wie der Ärztegewerkschaft Marburger Bund und der Pilotenvereinigung Vereinigung Cockpit. [34] Beobachtern zufolge ist Verdi bei der Rekrutierung neuer Mitglieder “vergleichsweise gut”, beschränkt sich aber in ihrem Erfolg, wenn es darum geht, ihre Mitglieder langfristig zu loyalitäten.

[35] Tatsächlich war der Kampf gegen das abnehmende Interesse insbesondere bei Arbeitnehmern und Frauen schon vor der Fusion der fünf Einzelgewerkschaften im Jahr 2001 ein Thema. [36] 2003 sanken die Mitgliederzahlen so niedrig, dass Verdi gezwungen war, einige eigene Mitarbeiter gehen zu lassen. [37] Dies war aber auch darauf zurückzuführen, dass in der Verdi-Verwaltung nach der Fusion viele Strukturen dupliziert wurden. [38] 2007 beauftragte der Nationalkongress den Vorstand, Maßnahmen zu ergreifen, um die schwindenden Mitgliederzahlen zu stoppen oder sogar umzukehren. Dies führte zur Initiierung der Kampagne “Chance 2011” (Chance 2011), die 2012 in ähnlicher Form unter dem Titel “Perspektive 2015” (Perspektiven für 2015) fortgesetzt wurde. In der Folge konnten Verdi-Vertreter von einem “Ende der schwindenden Mitgliederzahlen” im Jahr 2015 sprechen, zumindest im Hinblick auf die neuen Bundesländer (aus der ehemaligen DDR). [41] Heute vertritt sie allein 200.000 Mitarbeiter in staatlichen und börsennotierten Banken. [42] Die 23.000 Flughafen-Sicherheitsmitarbeiter haben den von der United Services Workers` Union (Verdi) ausgehandelten Vertrag abgelehnt.

Dies gab die Gewerkschaft am 18. Februar bekannt. 55 Prozent der Verdi-Mitglieder, die an einer Umfrage teilnahmen, befürworteten den neuen Vertrag nicht. Der Tarifvertrag könne nun nicht wie geplant am 1. März 2019 in Kraft treten, teilte Verdi am Montagabend mit. Die Gewerkschaft hatte zuvor den Bundesverband der Luftfahrtsicherheitsunternehmen (BDLS) zu erneuten Vertragsverhandlungen eingeladen. Verdi wolle “strittige Themen” und “weitere Kritik” neu verhandeln. Was genau diese “Mitgliederkritik” ist, erklärte Verdi nicht. Den letzten Schritt zur Gründung von Verdi machten die Fusionskongresse der fünf Mitgliedsgewerkschaften, die vom 16. bis 18.

März 2001 stattfanden und beschlossen, die Gewerkschaften mit Mehrheiten zwischen 80 und 91 Prozent aufzulösen. [22] Auf dem anschließenden Gründungskongress von Verdi, der vom 19. bis 21. März 2001 stattfand, wurde die Gründung der Gewerkschaft formell abgeschlossen und der erste Landesvorstand von Verdi gewählt. [23] Die Vertreter der beteiligten Gewerkschaften betrachteten die Fusion als einen historischen Schritt und behaupteten, dass sie der “Rivalität zwischen den Gewerkschaften” im Dienstleistungssektor ein Ende bereiten würde. [8] Andere Beobachter kritisierten die Fusion, wobei insbesondere die IG Metall bedenken, dass die Größe von Verdi dazu führen könnte, dass der DGB “explodiert”. [9] Kritiker befürchteten auch, dass die neue Gewerkschaft ihren Weg in die ursprünglichen Verantwortungsbereiche der Industriegewerkschaften erzwingen könnte. [10] Die Vereinigung Cockpit nutzte die geplante Fusion sogar zum Anlass, ihre bestehende Zusammenarbeit mit der DAG zu beenden.

[11] Die meisten Verdi-Mitglieder sahen das offensichtlich anders.